Lou de Bètoly

ABOUT THE BRAND

Lou de Bètoly ist ein von einer französischen Designerin gegründetes Berliner Label, welches  Eleganz mit Extravaganz, Zerbrechlichkeit mit Chaos und Innovation mit Nostalgie verbindet. Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Upcycling und lokale Handwerkskunst arbeitet das Label ausschließlich mit Vintage- und Deadstock-Textilien. Die einzigartigen Haute-Couture-Stücke verbinden traditionelle Techniken wie Stickerei, Stricken und Weben mit zeitgenössischer Ästhetik – wie man an Prominenten wie Dua Lipa, Rosalia und Beyoncé sehen kann.

ABOUT THE COLLECTION

Während der Flohmarkt vor dem Rathaus schließt, seine Stände abgebaut werden und Schätze in Kisten zurückkehren, treffen die Gäste ein – eine stille Übergabe vom Handel zum Handwerk. Die Show beginnt in diesem Moment, eine Verbeugung vor einer Kollektion, die gänzlich aus Materialien gefertigt wurde, die auf Märkten wie diesen gesammelt wurden, wo abgenutzte Objekte und angesammelte Geschichten in neue Formen transformiert werden.

Die Kollektion erforscht die Kunst der Wiederholung – wie neue Ästhetiken aus der beharrlichen Rückkehr zu und Überarbeitung von vertrautem Material entstehen. In Anlehnung an Raymond Queneaus spielerische literarische Übungen aus „Stilübungen“, in denen sich eine einzige Geschichte 99 Mal auf 99 verschiedene Arten entfaltet, arbeitet Lou de Bètoly erneut mit Vintage-Unterwäsche, Strumpfwaren, Spitze, Strick und Leder – Materialien, die zentral für die visuelle Sprache der Marke sind. Durch die absichtliche Wiederverwendung derselben Elemente unterzieht sie diese einem strengen, fast obsessiven Prozess der Dekonstruktion und Rekonstruktion: mit Perlen drapiert, gehäkelt, handgenäht. Eine unendliche Übung in der Wandlungsfähigkeit von Materialität entfaltet sich.

Nacheinander erscheinen 37 Looks, die jeweils alte, Vintage- und sogar historische Materialien in zeitgenössische Silhouetten verwandeln. Konstruiert aus einem präzisen Inventar, das mehr als ein Jahrhundert umspannt, greifen die Stücke Motive von Dekadenz, Zerbrechlichkeit und einer subtil verdrehten Bourgeoisie auf. Durch Wiederholung offenbart jede Iteration unerwartetes Potenzial in Kleidungsstücken, die ansonsten als veraltet gelten könnten.

Wie in früheren Kollektionen setzt die Designerin ihre technische Virtuosität in den Bereichen Häkeln, Sticken, Stricken und Weben ein, um traditionelle Techniken in eindeutig avantgardistisches Terrain zu führen. Alltägliche, scheinbar „nutzlose“ Materialien – jene, die die meisten wegwerfen würden – werden zu Schätzen erhoben. Garnreste werden fein in zarte Strickwaren integriert; kaputte Socken und Strümpfe werden symmetrisch überlagert und zu anmutigen Silhouetten beperlt; Haarfarben-Musterkarten werden sorgfältig sortiert und in Besätze für scharf geschnittene Schneiderarbeit verwandelt; Spitzenreste werden zu ätherischen Stücken gehäkelt.

Zehntausende von Knöpfen – in monatelanger Arbeit während der Sommerferien in der Kindheit der Designerin mühsam gewaschen und organisiert und schließlich 2025 mit Hilfe ihrer vierjährigen Tochter vollendet – werden sortiert, aufgefädelt und zu skulpturalen Kleidungsstücken gehäkelt. Hundert Jahre alte Taschen aus der eigenen Sammlung der Designerin von Second-Hand-Schätzen werden akribisch dekonstruiert und als Verzierungen für Oberteile und Röcke wiederverwendet.

Creative Direction und Styling der Show durch Tim Heyduck formen die Gesamtatmosphäre der Kollektion und bringen die Vergangenheit in einen Dialog mit der Gegenwart.

Für diese Kollektion kooperiert Lou de Bètoly mit Hunkemöller bei fünf Looks, wobei neue Lingerie mit Vintage-Stücken gemischt wird, um die Grenze zwischen historischem und zeitgenössischem Design zu verwischen. Einer dieser Looks ist in einzigartiger Weise aus Stücken der Kollektion zum 140-jährigen Jubiläum von Hunkemöller gefertigt.

Die Looks sind mit goldenem Schmuck von Hatay Jewelier gestylt – subtile, aber bewusste Akzente, die die zeitlose Eleganz der Kollektion kapseln.

Die Kollektion entfaltet sich in einer gedeckten, natürlichen Palette aus Schwarz, Weiß, Rosa, Braun und Beige, was dem Handwerk erlaubt zu sprechen, bevor Farbe interveniert. Minimale Silhouetten werden mit opulenten strukturellen Details gepaart, von floralen Verzierungen bis hin zu akribischen Schnürungen. Es ist eine bewusste Ironie im Spiel – Zurückhaltung aus der Ferne, Exzess aus der Nähe. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich die poetischen Konstruktionen als gefertigt aus vertrauten Flohmarktobjekten und Vintage-Kleidungsstücken.

Mit der FW26-Kollektion verschiebt LOU DE BÈTOLY weiterhin die Grenzen zwischen Mode, Kunst und traditionellem Handwerk. Jedes Stück verwandelt vergessene Schätze durch akribische Handarbeit und innovative Upcycling-Techniken in kostbare Luxusartikel – begründet in der Poesie der endlosen Möglichkeiten der Beschränkung.

Alle Bilder sind im offiziellen Berlin Fashion Week MEDIA HUB zu finden.

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