Esther Perbandt

ABOUT THE BRAND

Esther Perbandt ist eine hochwertige Mode- und Schmuckmarke, die 2004 gegründet wurde. Die Designerin wurde in Berlin geboren und hat in Moskau und Paris gelebt. Ihre Kindheit und Jugend in den 70er/80er Jahren wurde stark von einem aufgeschlossenen Elternhaus geprägt. Die Teilnahme an feministischen Bewegungen und das Eintreten für Inklusion schon in jungen Jahren führten zu den avantgardistischen Ambitionen, die sie später im Leben verfolgte. Sie gilt als die "Queen of Black" von Berlin, da sie seit über zehn Jahren ausschließlich schwarze Kollektionen entwirft. Von ihrem Laden und Atelier in Berlin aus beliefert sie ihre Kunden in der ganzen Welt. In verschiedenen Medien spricht Esther Perbandt über ihr schwarzes Universum und setzt ein unmissverständliches Statement gegen Fast Fashion. Im Jahr 2020 nahm sie an der amerikanischen TV-Serie "Making the cut" von Heidi Klum bei Amazon Prime teil und belegte den zweiten Platz.

ABOUT THE COLLECTION

– ZERO POINT - Ein Tagebucheintrag
Berlin. Ein regnerischer, grauer Tag. Warum sehnen sich alle nach Berlin? Ich bin einmal gegangen. Jahre vergingen. Ich kehrte zurück. Jetzt weiß ich, warum. Ich sitze vor zweihundert schwarzen Kugeln, die sich bewegen, schweben, mal in Symmetrie, mal in Wellen, in der Luft verharrend. Zu Hause hängt eine signierte Fotografie von ihnen an meiner Wand. Viele kennen diesen Ort, oder sollten es. Es wäre sonst schade. Ich hoffe, sie schenken ihm die Aufmerksamkeit, die ich ihm schenke. Ich könnte hier stundenlang sitzen, immer wieder. Das habe ich getan. Heute, ein weiteres Mal. Die meisten Menschen stehen. Ich sitze – mit überschlagenen Beinen, richte mich ein, wissend, dass ich lange verweilen werde. Ich bin völlig still. Ich bewege mich kaum, eigentlich gar nicht.

ZERO POINT
Nur mein Geist ist lebendig, dreht sich mit voller Geschwindigkeit. Ich kenne dieses Gefühl. Jetzt – einfach stillhalten… Ich spiele ein Spiel mit meinem Geist: „Was wäre, wenn?“ Und so beginnt es… Was wäre, wenn ich diese schwarzen Kreise vor mir, das einfachste Symbol der Erde – nein, des Universums – als Inspiration nehme? Ein Symbol, so alt, so universell. Unverkennbar, überall. In vielen Kulturen ein Zeichen: Sonne, Ewigkeit, Perfektion, Leben. Sonne? Für mich ist es der Mond. Ich liebe die Sonne, aber der Mond fühlt sich näher an. Ich bleibe vollkommen regungslos.

ZERO POINT
Ein Kreis – kein Anfang, kein Ende. Unendlichkeit. Das gefällt mir. Auf meiner Suche nach der Farbe Schwarz versuche ich, die Tiefen der Unendlichkeit zu berühren – immer weiter, immer tiefer. Wie ein schwarzes Loch, vielleicht? Was wäre, wenn? Eine Kollektion, die auf schwarzen Kreisen aufbaut? Das gab es schon. Ja, fast alles gab es schon. Und das zu Recht. Warum? Weil es fasziniert. Wie Malewitschs schwarzes Quadrat – der Beginn reiner Abstraktion, der „Nullpunkt“ der Kunst, das Nichts als Quelle von allem.

ZERO POINT
Noch immer bewege ich mich nicht. Was wäre, wenn Kreise sich im Stoff überlagern? Mal transparent, mal schwer oder leicht? Oder in drei Dimensionen gefilzt, wie kleine Hügel, die sich von zartem Grund erheben? Was wäre, wenn Kreise die Kleidung durchbohren und neue Wege des Stylings eröffnen? Was wäre, wenn ich Kreise mit Schlitzen andeute und Licht hindurchscheinen lasse? Was wäre, wenn dies ein Spiel aus Licht und Schatten kreiert – Sonne oder Mond, die im Inneren des Kleidungsstücks leuchten? Was wäre, wenn diese Schlitze wie Kreise aussähen, die in dicke Buchdeckel geschnitzt sind – wie Skulpturen? Oder eingesetzt in zarteste Stoffe, so luftig, dass sie davonfliegen könnten? Und was wäre, wenn es manchmal einfach nur schwarze Kreise wären – ganz ohne Bedeutung? Ich wage kaum zu atmen.

ZERO POINT
Was wäre, wenn ich meine Eindrücke aus Tokio hier einfließen lasse? Tanizaki schrieb: „Der Schatten ist das wahre Medium; in ihm wird Kleidung tiefer, würdevoller, poetischer.“ Tokio war wunderschön. Ich habe wunderschöne Menschen gesehen – eine andere Art von Körperlichkeit: weich und doch scharf geschnitten. Warte… Und was wäre, wenn ich diese neue Kollektion nur an Männern zeigen würde?

ZERO POINT
Meine Beine sind eingeschlafen, unbeholfen stehe ich auf. Eine Stunde ist vergangen. Ich bin allein. Ich gehe weg, halte inne und blicke zurück auf die schwarzen Kugeln.

ZERO POINT…
…der Zustand minimaler und doch niemals endender Energie – ein unsichtbares Fundament für Bewegung, Veränderung und die Zukunft. Aus der Stille, Transformation. Selbst in der Dunkelheit eine konstante Vibration.

Alle Bilder sind im offiziellen Berlin Fashion Week MEDIA HUB zu finden.

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